Hintergrund

Das Stadtgebiet von Bergisch Gladbach bestand bis 1975 aus zwei unabhängigen Kommunen. Sie expandierten seit den 50'er Jahren schnell.
 
In den 60er Jahren gab es eine durchaus nachvollziehbare Entwicklung:  Die Stadt Bensberg wurde durch die Planung der A4 entlang des gesamten südlichen Stadtgebietes mit mehreren Autobahnanschlüssen versorgt und erhielt somit eine optimale, effiziente Anbindung an Köln. Zusätzlich schaffte der zweigleisige Ausbau der Straßenbahnlinie B (heute Linie 1) eine weitere schnelle Verbindung vom Zentrum der Stadt Köln 'ins Grüne' bis nach Bensberg. Die noch relativ günstigen Grundstückspreise, gepaart mit einer hohen Lebensqualität durch angrenzende Waldgebiete, Schwimmbäder usw., hatten einen Bauboom ohnegleichen zur Folge. Einzelne Stadtteile - wie z.B. Refrath - vervielfachten ihre Einwohnerzahlen. Bergisch Gladbach wurde als Konkurrent betrachtet. Die Einwohner Bensbergs und seiner Stadtteile waren daher immer eher nach Köln orientiert, was teilweise bis heute erhalten blieb.

Der Stadtkern von  Bergisch Gladbach hatte neben einer höheren Einwohnerzahl ein vielfaches an Handel, Industrie und Gewerbefirmen und damit autonomer als Bensberg. Arbeitsplätze und Fachgeschäfte waren immer schon zahlreich.

Das Verhältnis zur Nachbarstadt Köln konnte als gespannt beschrieben werden. Mit der Demontage der Straßenbahnlinie G, die damals bis zum Bergischen Löwen führte, verschärfte sich dieses Verhältnis. Viele waren der Ansicht, dass eine Straßenbahnanbindung für nicht zwingend erforderlich war, zumal es noch einen Eisenbahnanschluss gab, der später zur S-Bahn umgewandelt wurde.

Die zunehmenden Mobilitätsbedürfnisse wurden lange Zeit unterschätzt und konnten - nicht zuletzt durch die schwierigeren Rahmenbedingungen - nur unbefriedigend bedient werden. Die Anpassung der Infrastruktur war unzureichend. Inzwischen sind - nicht zuletzt durch ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein - Straßenneu- und ausbauten kaum noch realisierbar.
 
Eine halbherzige Zukunftsplanung, gepaart mit Unterlassungssünden quer durch die politischen Strukturen der Region führten zum jetzigen "Ist-Zustand".

Ein Teil dieser Versäumnisse ist ein fehlender Autobahnzubringer für das Zentrum der Stadt Bergisch Gladbach. Selbst wechselnde politische Mehrheiten schafften nicht die erhoffte Lösung. Zu komplex und kompliziert sind die Interessenslagen der zahlreichen Betroffenen.

Festzuhalten bleibt: Für das Stadtgebiet Bergisch Gladbach besteht zur Zeit kein ausreichendes Gesamtverkehrskonzept!

Verkehrserzeugung in Bergisch Gladbach und Umgebung im Jahr 2009